Hilfe Hilfe Altbau-Drama: Presse-Recherche Teil 12 - Matthias Heißner wegen Mietschulden verurteilt (Artikel aus der Stuttgarter Zeitung)

Montag, 12. Januar 2009

Presse-Recherche Teil 12 - Matthias Heißner wegen Mietschulden verurteilt (Artikel aus der Stuttgarter Zeitung)

In der Ausgabe vom 10. Dezember 2008 schreibt die Stuttgarter Zeitung unter dem Titel "Preisträger mit hohen Mietschulden":

"MAULBRONN. Die Sparkassen haben Matthias Heißner als "Vermieterschützer" ausgezeichnet. Dabei hat der Leonberger Immobilienunternehmer selbst hohe Mietschulden. Zu einem Gerichtstermin in dieser Sache ist Heißner gestern gar nicht erst erschienen."

Weiter schreibt der Redakteur Markus Klohr: "Noch vor wenigen Monaten hat Matthias Heißner im Rampenlicht gestanden. Nun scheint der Träger des Gründerpreises der baden-württembergischen Sparkassen bestrebt, sich unsichtbar zu machen. Wer die Nummer seines Leonberger Immobilienunternehmens Imac wählt, erhält als Antwort die Ansage "kein Anschluss unter dieser Nummer". Und zu einem wichtigen Termin im Amtsgericht Maulbronn (Enzkreis) ist Heißner gestern gar nicht erschienen. Dabei ging es eigentlich um ein Thema, das Heißner am Herzen liegen müsste.

Für die vermeintlich von ihm erfundene "Vermieterschutzkartei" hat Heißner 2006 den Gründerpreis erhalten. Eigentümer sollten durch die Datenbank vor Mietern gewarnt werden, die Immobilien herunterwirtschaften oder ihre Miete nicht bezahlen. In dieser Kartei könnte der 37-Jährige sich selbst an prominenter Stelle eintragen. Denn Heißner hat selbst rund 21 000 Euro Mietschulden angehäuft. Fünf Jahre lang hat Heißner in einer komfortablen Villa in Friolzheim im Enzkreis gewohnt. Seit März zahlte er offenbar Miete und Nebenkosten nur teilweise oder gar nicht. "Wir hatten am Anfang den Eindruck, Herr Heißner sei ein solider Geschäftsmann", sagt sein Vermieter, der die Klage eingereicht hat, "aber inzwischen habe ich nur noch die Nase voll von ihm."

Weil Heißner nicht anwesend war, wurde er gestern vom zuständigen Maulbronner Amtsrichter in Abwesenheit dazu verurteilt, die Schulden zu begleichen. Nachdem der Verhandlungstermin bekanntgegeben worden war, habe Heißner seinem Vermieter noch kurzerhand rund 7000 Euro überwiesen. Laut der Behörde hatte der Leonberger Unternehmer sich inhaltlich nie zu den Rückständen geäußert, er habe lediglich angekündigt, sich selbst vor Gericht verteidigen zu wollen. Jetzt hat Heißner noch zwei Wochen Zeit, sich doch noch zu äußern, ansonsten wird das Urteil rechtskräftig, und der 37-Jährige muss zusätzlich noch sämtliche Verfahrens- und Anwaltskosten übernehmen.

Der Rechtsstreit ist beileibe nicht Heißners einziges Problem. Seit dem Frühsommer ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen ihn und zwei weitere Beschuldigte. Ihnen werden Untreue, Betrug und Insolvenzverschleppung vorgeworfen. Bei den Ermittlungen stellte die Staatsanwaltschaft fest, dass beim Imac-Tochterunternehmen Thema mindestens ein sechsstelliger Betrag an Mietkautionen verschwunden sei. Betroffen sind laut dem Insolvenzverwalter landesweit bis zu 1000 Wohnungen, die von der Thema betreut wurden. Wie es um die Imac selbst steht, die zurzeit etliche Altbauten im Land saniert, lässt sich nur erahnen. Eine Telefonnummer scheint das Unternehmen jedenfalls nicht mehr zu haben."