Hilfe Hilfe Altbau-Drama: Presse-Recherche Teil 11

Montag, 3. November 2008

Presse-Recherche Teil 11





















Bildquelle: Artikel in der StZ vom 3. November 2008


In der heutigen Ausgabe schreibt die Stuttgarter Zeitung mal wieder über die Imac ... und über unser Altbau-Haus (Link).

In den Regionalausgabe der StZ für den Landkreis Ludwigsburg sowie der Kornwestheimer und Marbacher Zeitung der Artikel "Historische Schmuckstücke werden zu Sorgenkindern" mit dem Untertitel: "Die umstrittene Leonberger Baufirma Imac treibt wegen möglicher Billigsanierungen Verwaltungen und Eigentümer um."

Quelle: Artikel in der StZ vom 3. November 2008

In dem Artikel schreibt der Redakteur Markus Klohr u.a.: "Nicht nur die Staatsanwaltschaft beschäftigt sich mit dem Leonberger Immobilienunternehmer Matthias Heißner. Seine
Firma saniert historische Filetstücke in vielen Kommunen – und das womöglich nicht immer ganz korrekt."

Weiter heißt es: "Geldmangel ist der Feind der staatlichen Hoheit. Nicht nur auf der Bundesebene finden sich zahlreiche Beispiele für wünschenswerte politische Ziele, die aus blanker Geldnot infrage gestellt werden. Die Sanierung ihrer historischen Ortskerne ist den badenwürttembergischen Stadt- und Gemeindeverwaltungen stets ein hehres Anliegen. Doch
oft sind die Kassen schlicht zu leer, um die geschichtsträchtigen Preziosen selbst zu sanieren.
Doch auch der Verkauf birgt Risiken. Bestes Beispiel ist ein Fachwerkensemble rund um das ehemalige Rathaus im Freiberger Stadtteil Beihingen. Ende 2003 beschloss die Stadt, die vier Gebäude in der Neckarstraße zu verkaufen. Eine Sanierung hätte bis zu 500 000 Euro gekostet. Rund zwei Dutzend Bauträger wurden angeschrieben, aber keiner hatte Interesse. Einziger Interessent war die Leonberger Immobiliengesellschaft Imac. „Wir waren froh, dass wir jemanden gefunden hatten“, sagt der Freiberger Stadtbaumeister Wolfram Riegler, „damals waren diese Probleme noch nicht bekannt.“ Die Probleme, von denen Riegler spricht, betreffen einerseits den Imac-Geschäftsführer Matthias Heißner. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Chef der Leonberger Firma wegen des Verdachts auf Betrug, Untreue und Insolvenzverschleppung. Heißner und sein Kollege Erik R. sollen über die Imac-Tochter Thema, die Immobilien in ganz Baden-Württemberg verwaltet, unter anderem Mietkautionen veruntreut haben. Aus einzelnen Strafanzeigen hat sich inzwischen eine Lawine entwickelt, mehr als 100 Geschädigte hätten sich inzwischen gemeldet, teilt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit. Probleme bereitet Heißners Immobilienfirma aber auch an ganz anderer Front: Ihr wird Billigsanierung vorgeworfen. Das Ehepaar Brandt hat für rund 230 000 Euro das
ehemalige Backhäusle neben dem alten Rathaus in Freiberg gekauft. Das historische Ensemble wurde von der Imac generalsaniert. Die Fassade erstrahlt in neuem Glanz. Aber innen haben sich Feuchtigkeit und Schimmel eingenistet. Wer das Haus betritt, wird von einem modrigen Geruch empfangen. Laut einem von der IHK vereidigten Sachverständigen sind Wände im Untergeschoss doppelt so feucht, wie sie sein sollten. Statt den Keller der am Hang liegenden
Gebäude aufwendig von außen gegen Feuchtigkeit abzudichten, sei billigerer Sanierungsputz
aufgetragen worden. Eine Reparatur wird laut dem Gutachter rund 100 000 Euro kosten.
Nach etlichen Telefonaten wurde Holger Brandt mitgeteilt, dass der Generalunternehmer
sich weigere, erneut für die Imac tätig zu werden, weil Rechnungen nicht beglichen
worden seien. „Herr Heißner hat mir am Telefon gesagt, dass ihn das Ganze nicht mehr interessiert“, sagt Holger Brandt. Weil das Ehepaar das Häusle nicht von der Imac, sondern von einer Familie gekauft hat, versuchen die Brandts, die Immobilie an die Vorbesitzer
zurückzugeben. Matthias Heißner äußert sich am Telefon nicht zu den Vorwürfen. „Ich wünsche Ihnen einfach nur einen schönen Tag“, sagt er – und legt auf. Ob das Thema Billigsanierung auch zu einer Lawine anwächst oder es beim Einzelfall bleibt, ist noch offen. Ein Kenner der Bauszene, der nicht in der Zeitung genannt werden will, vermutet, dass hinter solchen schlampigen Sanierungsarbeiten Methode stecken könnte. Wenn ein Bauträger die Preisspirale weit nach unten drehe, stünden am Ende der Kette Handwerker, die sehr viel Arbeit für sehr wenig Geld übernehmen müssten – auf Kosten der Qualität. „Wenn man so etwas hört, erschrickt man“, sagt der Markgröninger Bürgermeister Rudolf Kürner. Die Imac ist zurzeit im Begriff, den historischen Landesfruchtkasten, einen Fachwerkbau aus dem Jahr 1468, zu sanieren. „Von außen gefällt es mir sehr gut“, sagt Kürner, „ich hoffe, dass innen auch alles richtig gemacht wird.“ Als das Land vor zwei Jahren der Stadt das Haus in der Altstadt zum Kauf anbot, winkte diese ab. Man sah keinen kommunalen Bedarf, zudem hatte die Sanierung von Herrenküferei und Wimpelinhaus kurz vorher rund sieben Millionen Euro verschlungen. Reine Privatsache sei der Fruchtkasten deshalb keineswegs, sagt Kürner. Ein städtischer Mitarbeiter solle einen verstärkten Blick auf das Gebäude werfen, „und wir werden prüfen, ob eine Kontrolle des Landratsamts nötig sein wird“."