Hilfe Hilfe Altbau-Drama: Presse-Recherche Teil10

Samstag, 20. September 2008

Presse-Recherche Teil10

Einmal mehr wird das Thema Insolvenz einer Firma aus der IMAC-Gruppe in der Presse behandelt. In einem aktuellen Artikel (Link) schreibt die Stimme aus Heilbronn (www.stimme.de) unter der Überschrift: "Thema-Kunden fühlen sich betrogen".

Im Text heißt es: "Sie fühlen sich alle geprellt, Mieter genauso wie Wohnungseigentümer. Der Firmenname Thema treibt manchem die Zornesröte ins Gesicht. Auf die Rückzahlung ihrer Kautionen pochen die einen, ihre Mieteinnahmen verlangen die anderen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen Geschäftsführer Matthias Heißner wegen Untreue, Betrugs und Insolvenzverschleppung (die Heilbronner Stimme berichtete). Die ehemalige Hausverwaltung mit Sitz in Leonberg, die auf Anfragen der Zeitung nicht mehr reagiert, hatte zahlreiche Objekte in der Region betreut, die Miete an die Eigentümer weitergeleitet, die Nebenkosten verwaltet."

Über das Schicksal einzelner Thema-Kunden schreibt die Autorin Petra Halamoda weiter: "Sorge wegen Kautionen Das böse Erwachen kam für die Senioren des betreuten Wohnens in der Seestraße 38/40 in Heilbronn-Böckingen, als die Stadtwerke Wasser-Sperre ankündigten. Grund: 11 000 Euro von der Thema standen aus. „Die wollten uns allen Ernstes alles abdrehen und einen Wasserwagen vor die Tür stellen.“ Sabine Schicke von der Diakonie schüttelt den Kopf. „Eine Dame hat fast den Herzkasper gekriegt. Zum Glück war ihre Tochter da.“ Ataman Turanli, Geschäftsführer der Heilbronner Versorgungs GmbH, räumt ein: „Diese Situation war ein Härtefall. Da versuchen wir alles, bevor das Wasser abgestellt wird. Wir haben lang ausgehalten. Rund anderthalb Jahre wurde nicht gezahlt.“ Die Diakonie schoss das Geld vor.

Eine weitere Sorge gilt dem Verbleib der Kautionen. Die hatte die Verwaltungsfirma auf ein Sammelkonto gelegt, das ab Mitte 2007 für alles Mögliche genutzt worden war, hatte Thema-Insolvenzverwalter Holger Leichtle gesagt. 500 000 Euro sind verschwunden.

Ratlos macht das die Bewohner der Nordstraße 2 im Neckarsulmer Teilort Obereisesheim. „Ich weiß nicht, was kommt“, sagt Maria Dukart in gebrochenem Deutsch. „Wenn das Geld weg ist: Das ist nicht recht.“ Ihr Nachbar, dessen zwei Kinder zwischen den Beinen hervorlugen, ergänzt: „Die Mehrheit denkt, das Geld ist verloren. Aber unser Vermieter ist ein anständiger Mensch. Vielleicht kriegen wir von ihm die 1200 Euro.“ Ein Betrag, der tiefe Löcher ins Budget reißt. Ortsvorsteher Andreas Gastgeb: „In diesem Gebiet mit sozialem Wohnungsbau bilden ausländische Bürger die Mehrheit. Eine Klientel, der es finanziell nicht rosig geht.“

Auch im betreuten Wohnen in Böckingen hatte niemand der Praxis mit dem Sammelkonto misstraut. „Das sind alte Leute. Die machen, was man ihnen sagt“, sagt Betreuerin Sabine Schicke. „Ich denke, dass alles flöten ist. Das macht den Leuten wahnsinnig zu schaffen. Hier ist keiner reich. Viele brauchen das Geld dringend, wenn sie ausziehen.“ Margarete Betz (81) ärgert sich. „Dass sich die Kerle nicht schämen, sich an den Ärmsten zu vergreifen. Das sind doch Charakterlumpen.“ Auch die Nebenkosten waren fehlerhaft. 700 Euro Nebenkosten sollte sie zahlen, korrekt waren 100 Euro.

Der Mann, der den Kuddelmuddel entwirren darf, ist der neue Verwalter Hans-Jürgen Erlitz. Seit 20 Jahren im Geschäft, hat der Untereisesheimer „so etwas noch nie erlebt“. Von der Thema hat er Häuser übernommen, bei denen monatelang keine Gebäudeversicherung gezahlt wurde. Nicht auszudenken, wenn ein Feuer ausgebrochen wäre. Weil er „richtig Druck machte“ und mit Strafanzeige drohte, konnte er die Abschlagszahlungen realisieren, insgesamt 20 000 Euro.

Zu gutmütig Manche Eigentümergemeinschaften musste er erst auf die Misere aufmerksam machen. „Die Leute sind so gutmütig in dem Bereich und lassen sich vertrösten“, erklärt sich Erlitz die Tatsache, dass nur wenige Rabatz machten. Auch Scham spiele eine Rolle. „Zudem ist das Rundum-Sorglos-Paket, mit denen die Objekte beworben wurden, anfangs gut gelaufen. Die Eigentümer hatten eine Garantie für die Zahlungen, kannten die Bewohner meist gar nicht.“ Eigentümerin Gertrud Zieger ist aus anderem Holz. „Ein Jahr habe ich keine Miete gesehen, die hat die Firma eingestrichen“, sagt die Obereisesheimerin. „Ich habe die Chefs mit E-Mails bombardiert.“ Drei Prozesse gewann sie gegen die Thema, 8000 Euro stehen ihr zu. Das bringt ihr nichts. „Das Urteil konnte nicht vollzogen werden.“"